1988 gründete sich die Initiativgruppe Mädchenhaus Kiel mit der Absicht, einen parteilich-feministischen Schutzraum für Mädchen in Not zu schaffen. Die Initiative schließt sich 1989 Lotta e.V. – Verein zur Förderung feministischer Mädchen und Frauenarbeit an, stellt erste Anträge und nimmt Finanzverhandlungen auf.

Ein Jahr später wird mittels der ersten öffentlichen Gelder über das schleswig-holsteinische Frauenministerium in Kiel Gaarden die Anlauf- und Beratungsstelle des Autonomen Mädchenhauses Lotta e.V.eröffnet.

Ende 1991 kann nach viel Planung, Engagement, Hartnäckigkeit und Verhandlungs-geschick ein geeignetes Haus für die Zuflucht gesucht und gefunden werden. Im August 1992 werden hier die ersten Mädchen und jungen Frauen in Not aufgenommen – ein einzigartiges Angebot in Schleswig-Holstein bis heute!

In den darauf folgenden Jahren etablieren sich Anlauf- und Beratungsstelle sowie Zufluchtsstätte. Kräftezehrende Finanzierungsfragen begleiten die Mitarbeiterinnen bei der alltäglichen Arbeit in der Krisenintervention, können aber immer wieder erfolgreich bewältigt werden. Die Bereitschaft zur Flexibilität in Arbeitszeit sowie hohe Fachlichkeit wird von jeder einzelnen Mitarbeiterin jeden Tag auf ’s Neue gefordert und geleistet.

1997 zieht die Anlauf- und Beratungsstelle aus Platzgründen in die Holtenauer Str. 127 um, wo sie seither etabliert ist. Im gleichen Jahr will die Landeshauptstadt Kiel die Finanzierung des Mädchenhauses ganz einstellen. Nur massive Öffentlichkeitsarbeit und Proteste von vielen Seiten können dies niedrigschwellige Angebot für Mädchen und junge Frauen in Not erhalten.

In den darauf folgenden Jahren kommt es immer wieder zu langwierigen Verhandlungen und daraus resultierenden Kürzungen, ohne deren Akzeptanz das Weiterbestehen der Einrichtungen des Mädchenhauses gefährdet gewesen wäre, die aber dennoch die Arbeit massiv beeinflussen.

2002 kann dennoch erfolgreich das zehnjährige Bestehen der Zufluchtsstätte gefeiert werden!

Dennoch muss als Ergebnis von Verhandlungen mit der Stadt Kiel das Angebot der Zufluchtsstätte im darauf folgenden Jahr von zehn auf sieben Plätze gekürzt – damit verbunden sind Zuwendungs- und Personalkürzungen im stationären Bereich.

2004 wird im Jugendhilfeausschuss zwar einstimmig und von allen Parteien ein Erhalt der Angebote des Mädchenhauses beschlossen, doch scheint dies an den Wünschen der Kostenreduzierung zu scheitern. Schließlich wird der Anlauf- und Beratungsstelle eine ½ Stelle gestrichen, eine Kollegin muss entlassen werden, die beiden verbleibenden Mitarbeiterinnen teilen sich fortan 1 ½ Stellen.

2005 ergeben die Verhandlungen für die hart umkämpfte Leistungsvereinbarungen eine Erweiterung der Angebote um eine Wohn- und Verselbständigungsgruppe (ohne Personalaufstockungen). Ein Umzug der Zufluchtsstätte wird erforderlich, im September desselben Jahres eröffnet die Wohn- und Verselbständigungsgruppe mit drei Plätzen für Mädchen und junge Frauen. Und ein weiterer Einrichtungsteil des Mädchenhauses nimmt parallel die Arbeit auf: Die Flexiblen Hilfen für Mädchen und junge Frauen.

Da im Laufe der Jahre die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bedingt durch veränderte Vorgaben immer weiter sinkt, wird 2007 eine neue Belegquote von 65% vereinbart.

Unser Leitsatz für die Aufenthaltsdauer der Mädchen und jungen Frauen in Not in der Zuflucht bleibt weiterhin: „So kurz wie möglich, so lange wie nötig.“.

2007 bleibt es stürmisch für das krisengeschüttelte Mädchenhaus, doch scheint der Balanceakt zwischen der pädagogischen Notwendigkeit und der Berücksichtigung der finanziellen Ressourcen machbar: Zusammen mit der Landeshauptstadt Kiel werden nach Modellen aus anderen Städten neue Formen entwickelt, die den Erhalt des Mädchenhauses sichern. Mit der fortlaufenden Leistungsvereinbarung für die Zufluchtsstätte und die Wohn- und Verselbständigungsgruppe und einem für 3 Jahre gültigen Zuwendungsvertrag für die Anlauf- und Beratungsstelle bewegt sich das Mädchenhaus endlich in einem finanziell ruhigeren Fahrwasser.

Im Herbst 2009 feierten wir das 20jährige hart erkämpfte Bestehen des Autonomen Mädchenhauses. Stolz schauen wir auf die vergangenen 20 Jahre zurück und sehen gespannt in die Zukunft des Mädchenhauses.

Ideen haben wir noch viele.

Die Kraft und das Durchhaltevermögen für deren Umsetzung und die Bewältigung auftretender Probleme schauen wir uns bei den Mädchen und jungen Frauen ab, die zu uns kommen, um mit unserer Hilfe und Unterstützung ihre Situation zu verändern und ihr Leben aktiv in die eigenen Hände zu nehmen.

2014 haben wir unser 25-jähriges Jubiläum mit einem großen Fest gefeiert !

Davon gibt es hier einige Impressionen zu sehen.

25-jahre